FRICK - Eine lange Geschichte
Frick am Graben …
Die Ursprünge dieser Wiener Buchhandlung gehen auf Johann Thomas Trattner zurück, der um 1719 in Jahrmannsdorf bei Güns geboren wurde. Als Waisenkind erhielt er von Verwandten eine Lehrstelle in der Buchdruckerei S. Müller in Wiener Neustadt vermittelt, wo er sein Handwerk erlernte und seinen Leitspruch wählte: „Altius labore et favore“, was so viel bedeutet wie „Empor durch Arbeit und Gunst“.
Trattner war ein Mensch, der stets nach mehr strebte. Durch eine Reformation der Buchdruckkunst und immer auf der Suche nach Privilegien und Monopolen, schuf er Organisationen, die selbst sein Leben überdauerten. Noch kurz vor seinem Tod führte er sieben Buchhandlungen, fünf Buchdruckerein, 18 Bücherniederlagen und zwei Papierfabriken. Der Wiener Buchdrucker konnte außerdem Werke von fremdsprachigen Autoren drucken, da ihm dies durch die österreichischen Gesetze und die finanzpolitische Auffassung seiner Zeit ermöglicht wurde.

1751 erhielt Johann Trattner von Maria Theresia die Stelle des Hofbuchhändlers und am 28. Jänner 1752 wurde ihm die Erlaubnis erteilt, selbst einen Buchladen zu eröffnen, der bald zu der ersten Buchhandlung der Stadt wurde. Nach dem Verlust all seiner Kinder hinterließ Trattner sein gesamtes Vermögen und seinen Besitz seinen Enkelkindern Franziska und Johann Thomas Edlen von Trattner, der 1776 geboren wurde und als Geschäftsnachfolger bestimmt wurde. Dieser verkaufte bereits 1805 die Buchhandlung an Josef Kalefanz Tendler, der sie später an seinen Sohn Franz weitergab.

Die Firma wurde in den darauffolgenden Jahren mehrmals umbenannt: Tendler & Sohn, Tendler & Co, Tendler & Schäfer und schließlich wieder Tendler & Co. Als Tendlers Witwe Dominica Veronica im Oktober 1854 die Buchhandlung übernahm, erblühte das Geschäft und der Verlag nahm an Bedeutung zu. In dieser Zeit fanden sich Werke von Anna Dorn, Luise Ebersberg und Franz Stelzhamer im Verlagsverzeichnis.
Am 24. Oktober 1858 wurden Sylvester Pötzelberger, der bereits seit 1855 Geschäftsführer und Teilhaber war, und Carl Fromme, der Prokurist, die neuen Besitzer der Buchhandlung. Allerdings schied Pötzelberger wegen seiner Gesundheit bereits Ende des Jahres 1861 aus dem Geschäft aus. Fromme behielt das damalige Sortiment bei und förderte seinen selbst ins Leben gerufenen Kalenderverlag. Den Tendler & Co Verlag verkaufte er an Carl Gerolds Sohn. Carl Fromme kaufte etwas später die Buchdruckerei Winternitz.
1868 verkaufte Fromme an Julius Grosser, der durch gewagte Spekulationen in Konkurs ging. Am 26. Oktober 1868 kauften Wilhelm Frick und Georg Paul Faesy die Buchhandlung aus der Konkursmasse Grossers.

1872 erhielt die Firma den Titel eines k.u.k Hoflieferanten. In dasselbe Jahr fällt das Erscheinen des mit Geschick zusammengestellten und mit großem Beifall aufgenommenen ersten »Illustrierten Lagerkataloges«, einer damals noch neuen Erscheinung.

1875 übersiedelte die Buchhandlung in größere Räumlichkeiten im neugebauten Haus Graben 27.
Im Sommer 1881 übernahm Frick das Sortiment auf seine alleinige Rechnung, während Georg Paul Faesy, mit dem er auch danach freundschaftlich verbunden blieb, sich einen eigenen Wirkungskreis im Verlag suchte.
Im Jahr 1886 starb Frick und das Geschäft ging an seine Witwe über.

Und viele andere Fricks …
Nach einer Anzahl wechselnder Eigentümer und Geschäftsführer steht Frick heute als Wiener Institution und Österreichischer Buchhandels-Filialist mit Filialen in Wien, Oberösterreich und Salzburg da, darunter an so traditionellen Standorten wie in der Wiener Kärntner Straße (ehem. Buchhandlung Georg Prachner) und Salzburg Höllrigl.